Frank Zander ist „Immer noch der alte“

© Manfred Esser

Er könnte eigent­lich in diesem Jahr sein 50. Bühnen­ju­bi­läum feiern – macht er aber nicht!

Frank Zander war schon immer ein Quer­denker und ein Künstler, der seiner Zeit voraus ist. Nur ungern spricht er über die Erfolge der Vergan­gen­heit, denn viel wich­tiger ist dem Ur-Berliner neue Projekte und musi­ka­li­sche Ideen zu verwirk­li­chen. Auf seinem aktu­ellen Album ist schon der Titel Programm: „Immer noch der Alte“ ist eine Samm­lung von verrückten, gut gelaunten, schwarz­hu­mo­rigen aber auch gefühl­vollen Songs und Geschichten, die eines gemeinsam haben: Typisch Zander!

Und los geht’s: Das Album startet mit dem Titel­song „Immer noch der Alte“, einer selbst­iro­ni­schen Blues-Rock-Nummer, die Zander stil­echt mit den besten Gitar­risten aus Berlin inter­pre­tiert. Der Meister greift hier selbst zur Klampfe und man hört, er hat es seit seiner Zeit bei den Gloomy Moon Singers vor ziem­lich genau 50 Jahren nicht verlernt. Weiter geht es mit „Ange­lina“, der deut­schen Version des Welt­hits von Harry Bela­fonte. Als Single­aus­kopp­lung entwi­ckelte sich die junge Dame zum abso­luten Sommer-Hit 2015 und Frankie, wie ihn seine Fans nennen, konnte sich mal wieder in den Top 10 der deut­schen Airplay­charts plat­zieren.

Natür­lich dürfen auch ein paar schräge „Frauen-geschichten“ auf dem Album von Deutsch­lands bekann­tester Reib­ei­sen­stimme nicht fehlen und so besingt er neben „Ange­lina“ auch „Miranda“, „Laura“ und „Marlene“. Marlene? Ja! Die Marlene, die Frank 1986 in die Charts kata­pul­tierte, brauchte auf Wunsch zahl­rei­cher Fans und DJs mal eine musi­ka­li­sche Rund­um­er­neue­rung.

Stil­wechsel!

Jetzt ändert Zander die Tonlage und erzählt mitfüh­lend die Geschichte eines fiktiven Freundes, der uner­wartet vom Wohl­stand in die Armut schlid­dert und nun obdachlos ist. „Nichts ist mehr so wie es war“ basiert auf der Melodie des 80er Hits „I wanna wake up with you“ und wird so dank des Textes von Hanno Bruhn und den lang­jäh­rigen Erfah­rungen von Frank Zander mit den Ärmsten der Armen unserer Gesell­schaft zu einer berüh­renden Ballade. Auch der schwarze Humor kommt auf Zanders neuer Scheibe nicht zu kurz. „Der Mann für‘s Grobe“ zum Beispiel wurde dem eins­tigen „Ur-Ur-Enkel von Fran­ken­stein“ von keinem Gerin­geren als Frank Ramond auf den Leib geschrieben – ein herr­lich düsteres Wort­spiel-Gewitter.

Frank Zander bleibt sich also auch nach 50 Jahren Musik­kar­riere stilis­tisch treu – er ist und bleibt eben immer noch der Alte…

Quelle: ZETT RECORDS

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