Howard Carpen­dale: Wissens­wertes über sein neues Album „Wenn nicht wir“

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Wissens­wertes über sein neues Album „Wenn nicht wir“

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Eine Vorstel­lung hat Howard Carpen­dale längst nicht mehr nötig: Über 50 Millionen verkaufte Tonträger, 17 Top-10-Alben und etliche Auszeich­nungen spre­chen für sich. Eine eigene Vorstel­lung von seinem Hand­werk und davon, was es in der Welt bewirken soll, ist aus seiner Sicht aber uner­läss­lich – und für den Künstler Carpen­dale auch nach sagen­haften 50 Jahren im Busi­ness der größte Antrieb: »Bei der Entste­hung dieses Albums galten meine Gedanken vor allem der Frage: Was kann ich Neues erzählen? Nach über 700 Liedern befürch­tete ich alles verar­beitet zu haben, was mir bis dahin wichtig erschien. Während der Studio­ar­beit kam dann bei mir dieser Gedanke und das damit verbun­dene Gefühl auf: ›Wenn nicht wir.‹. Ab diesem Moment war alles klar – der Impuls für die Entste­hung dieser vier­zehn, für mich bedeut­samen Songs war ausge­löst.«

»Wenn nicht wir.«, das im September erschei­nende neue Studio-Album von Howard Carpen­dale, das in Zusam­men­ar­beit mit den Produ­zenten Chris­tian Lohr (u.a. Sting, Mick Jagger) und Thorsten Brötz­mann (u.a. Till Brönner, Weather Girls) entstanden ist, beweist das Streben nach Rele­vanz nicht nur mit den Songs, sondern stellt es schon im Titel klar: »Ich finde es wichtig, dass man direkt merkt: Der will uns was erzählen. Bei dem Satz dachte ich sofort: Wenn nicht wir hier in Deutsch­land es schaffen – wer dann? Wir haben soviel Glück in unserem Leben. Und dieses Gefühl setzt sich in der Auswahl der Songs wie von selbst weiter fort, als roter Faden des gesamten Albums. Es ist schön, sich Gedanken zu machen und nicht einfach zu sagen: Wir machen hier ‚Howard Carpen­dale Nr. 35’«.

Nach dem fulmi­nanten Launch mit dem Titel­track über­nimmt die neue Single »Unter einem Himmel«, die am 22. September veröf­fent­licht wird, nahtlos die Führung und über­zeugt mit ausge­klü­gelter Produk­tion von Lohr und einem starken, modernen Text, dessen Aussa­ge­kraft jeden Zweifel hinter sich lässt. »Für mich ist das der schönste Titel, den ich je gesungen habe. Der Song hat alles, was ein guter Song braucht.

Die Melodie ist ein über­ra­schender Mix aus Melan­cholie und Opti­mismus, der Text hat keinen erho­benen Zeige­finger nötig, und das Arran­ge­ment ist einfach unglaub­lich. ›Unter einem Himmel‹ trifft in meinen Augen einen Nerv – ein Hammer-Titel«. Carpen­dales Euphorie ist so authen­tisch wie anste­ckend: Chris­tian Lohr über die gemein­same Zeit im Studio: »Es war ein biss­chen so, wie ich früher dachte, dass man Platten macht – nämlich, dass man im selben Raum ist, sich Bälle zuwirft, Ideen hat, Instru­mente in die Hand nimmt und sich als Inspi­ra­tion zusammen Musik anhört. Und aus all dem formt Howard dann sein Universum. Ich habe mich dabei eher als Beleuchter wahr­ge­nommen, der sagt: ›Ja, das ist jetzt etwas mehr blau und das ist zu grün …‹ – und Howard ist dann diese Welt, um die sich das Album am Ende dreht.«

In Howard Carpen­dales Kosmos spielen die großen Themen dieser Zeit eine entschei­dende Rolle – wie in »Babylon«, das mit Produ­zent Thorsten Brötz­mann kreiert wurde und dessen kontro­verse Wirkung Carpen­dale ganz bewusst riskiert, oder auch in »Wir halten die Welt an«, das unser Sehnen nach einer Zäsur inmitten der sich über­schla­genden Ereig­nisse in Worte fasst: »Ich denke oft darüber nach, wie schön es wäre, wenn wir die Welt anhalten könnten. Einen Schritt zurück­gehen und uns fragen, wo wir Fehler gemacht haben, weil im Moment sehr viele Menschen unter diesen Fehlern leiden. Natür­lich ist es nur ein Lied, aber die Idee, einen Schritt zurück­gehen zu können wäre ein Traum.« Fast schon mit Rock-Appeal gelingt es dem Track, diese Utopie nicht depressiv klingen zu lassen, sondern im Gegen­teil kraft­voll und mitrei­ßend: »Wir halten die Welt an« ist ein Anstoß, eine Moti­va­tion.

Dieses Tempe­ra­ment ist eins der Erfolgs­ge­heim­nisse von Howard Carpen­dale, der uns in »Immer noch da« einen intimen Rück­blick auf seine impo­sante Karriere gewährt. Passen­der­weise in unauf­ge­regtem Blues­ge­wand lässt der Musiker aus Südafrika fünfzig Jahre im Busi­ness Revue passieren und singt bemer­kens­wert persön­liche Zeilen wie »Die erste Platte ›Lebens­läng­lich‹ – das war wohl so gemeint. Nicht jedes Jahr ein Top-Ten-Hit, doch mit euch war ich nie allein. Ich bin immer noch da.«

»Niemands­land« richtet den Blick auf einen klei­neren Ausschnitt – viel­leicht auf den Ursprung aller began­genen Fehler: »›Niemands­land‹ ist ein unge­wöhn­li­cher Titel auf ›Wenn nicht wir. ‹. Es geht darin um Familie. Ich glaube, es gibt sehr viele Fami­lien, in denen Kinder in einer Atmo­sphäre aufwachsen, die ihnen nicht gut tut. Meine Eltern zum Beispiel waren toll, aber sie hatten natür­lich auch mal Streit und die Tatsache, dass es vorkam, dass sie drei Tage nicht mitein­ander gespro­chen haben, hat mich damals sehr getroffen – deswegen bin ich wohl heute auch ein biss­chen harmo­nie­süchtig. In ein Niemands­land flüchten zu können, ist, glaube ich, ein Wunsch, in dem sich viele Menschen wieder­erkennen können.«

Man spürt in allen vier­zehn Tracks des Albums eine große Verbun­den­heit – was die Themen angeht, aber auch in der Zusam­men­ar­beit von Lohr und Carpen­dale, die beide Synäs­the­tiker sind und auch darüber hinaus dieselbe Sprache spre­chen: »Auch wenn wir ganz unter­schied­liche Menschen sind, teilen wir ein grund­le­gendes Verständnis. Während des Aufnah­me­pro­zesses habe ich oft an bestimmte Dinge gedacht und zwei Sekunden später sprach Chris­tian genau das aus. Wir haben einfach einen Draht zuein­ander – und das ist für die Krea­ti­vität eine tolle Sache.« Nur so ist es nach­voll­ziehbar, dass eine Stern­stunde wie »Das Lied, das Leben heißt« entstehen konnte. Die Ballade, die Carpen­dale als »Juwel« bezeichnet, besticht durch die Anti­these aller Erwar­tung: Aufs Wesent­liche redu­ziert und in reines Gefühl destil­liert, stellt der preis­ge­krönte Sänger in diesem Song seine ganze Erfah­rung und die volle Inten­sität seiner Stimme unter Beweis. Und manchmal ist jede weitere Beschrei­bung obsolet: »Es gibt Titel, für die es keine Worte gibt. Ich glaube nicht, dass man schon viele Balladen gehört hat, die einen so bewegen wie diese.« Ein perfekter Schluss­ak­kord für »Wenn nicht wir.«, nur noch gefolgt vom Duett mit Gregor Meyle auf »Fremde oder Freunde«, diesem ganz beson­deren Update des Tracks von 1976.

Es sind die Lieder, das Charisma und aufrich­tige Emotionen, die Howard Carpen­dales Fans so an ihm schätzen und dafür sorgen, dass er seit fünf Jahr­zehnten verläss­lich Konzert­säle füllt. Am 23. Oktober startet seine Hallen­tour, die ihn in alle wich­tigen deut­schen Metro­polen führen wird. »Ich sehe in Tour­neen und Konzerten eine wich­tige Aufgabe und genieße den unmit­tel­baren Kontakt zum Publikum. Ich möchte, dass die Leute lachen, weinen, tanzen und nach­denken, und meine Crew, die Band und ich versu­chen, in diesen zwei­ein­halb Stunden die best­mög­liche Show zu bieten. Wir disku­tieren jedes Detail und ich träume die Show mindes­tens zwan­zigmal durch, bevor ich damit auf die Bühne gehe.« Wer diesem Mann zuhört, weiß, dass er keinen Funken Leiden­schaft einge­büßt hat – eine Rarität in einer Branche, die viel zu oft dem schnellen Trend huldigt. Howard Carpen­dale hat sich bewahrt, was Stars seiner Kate­gorie oft verloren geht: Nächs­ten­liebe, Neugier und Begeis­te­rungs­fä­hig­keit.

Mein Team und ich haben auf ›Wenn nicht wir.‹ die Kraft der neuen Texte musi­ka­lisch so umge­setzt, dass es hundert­pro­zentig das ist, was ich als Künstler weiter­geben möchte. Diesen Moment gilt es nun mit Euch zu teilen und bin davon über­zeugt, dass es uns in unserem ‚WIR’ stärken wird. Ich glaube, Ihr werdet über­rascht sein.

Howard Carpen­dale – Live 2017/18 – Jetzt Tickets sichern

  • 23.10.2017 Chem­nitz
  • 24.10.2017 Gera
  • 26.10.2017 Saar­brü­cken
  • 27.10.2017 Frank­furt am Main
  • 30.10.2017 München
  • 31.10.2017 Zürich
  • 02.11.2017 Kempten
  • 03.11.2017 Nürn­berg
  • 04.11.2017 Berlin
  • 05.11.2017 Hamburg
  • 07.11.2017 Ober­hausen
  • 09.11.2017 Wien
  • 23.02.2018 Dresden
  • 24.02.2018 Hannover
  • 26.02.2018 Frank­furt am Main
  • 27.02.2018 Mann­heim
  • 28.02.2018 Köln
  • 01.03.2018 Stutt­gart
  • 03.03.2018 Biele­feld
  • 04.03.2018 Hamburg
  • 06.03.2018 Berlin
Quelle: ELE/Electrola

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