Anita und Alexandra Hofmann: „Wir haben viel Energie und Liebe in das neue Album hineingelegt“

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Die beiden Vollblutmusikerinnen aus Messkirch, Anita und Alexandra Hofmann, nutzten den Lockdown, um kreative Text- und Songideen aufs Papier zu bringen. Einen Vorgeschmack erhielten die Fans bereits durch die Ballade „Im größten Sturm“, die in Kooperation zwischen den Schwestern und ihren Fans entstanden ist.

Mit „Wilde Zeiten“ legen Beide der Öffentlichkeit nun das Ergebnis ihrer musikalischen Arbeit vor.

Popschlager Aktuell hat mit Anita und Alexandra über die Pandemie, ihre Leidenschaft zur Musik und natürlich das neue Album ausführlich gesprochen.

„Wilde Zeiten“ – so lautet der Titel Eures neuen Albums, welches am 24.07.2020 in die Läden kommt. Was, würdet Ihr sagen, überwiegt bei Euch: Vorfreude, neue Musik zu den Fans zu bringen oder Nervosität, wie die neuen Songs den Hörern gefallen werden?

Anita: „Wir haben monatelang Songs geschrieben, haben viel Energie und Liebe in das neue Album hineingelegt, was auch viel mit viel Arbeit verbunden war, sodass wir nun sehr gespannt sind, wie es bei den Fans ankommen wird“.

Alexandra: Ich bin mir sicher, dass das Album gut ankommen wird, denn wir haben so viel Herzblut hineingelegt und Themen gewählt, die unsere Fans interessieren. Auf dem Album gibt es sogar einen Titel, für den die Fans Texte geschrieben haben, und somit ist das neue Album auch etwas Besonderes für uns“.

Anita: „Wir haben uns obendrein auch noch überlegt, wann das richtige Datum zur Veröffentlichung des neuen Albums wäre. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschieden, dass gerade JETZT der richtige Zeitpunkt ist, denn da wir uns gegenwärtig nicht sehen können, wollen auf diese Weise neue Musik schenken“.

Alexandra: „Es gibt auch das Thema ‚Holiday at home‘ auf dem Album. In der Hoffnung, dass Viele einen Balkon haben, kann sich Jeder in der gegenwärtigen Zeit u.a. mit dem von Anita verfassten Song‚ Barfuß auf Balkonien‘ Urlaubsfeeling nach Hause holen“.

Ihr habt in Eurer Karriere bereits zahlreiche Alben veröffentlicht. Wie muss man sich den Entstehungsprozess eines Albums bei Euch vorstellen?

Anita: „Die Entstehung eines neuen Albums ist ein Entwicklungsprozess. Wir schreiben unsere Komponisten und Songwriter an, dass wir gerne ein neues Albumprojekt starten möchten. Dann erhalten wir von ihnen die Songs, in der Hoffnung, dass diese dann auch für uns passend sind“.

Alexandra: „Diesmal haben wir kurzfristig, auf Empfehlung von Songwriter Tobias Reitz, an einem Songwriting-Camp teilgenommen, was uns viel Freude bereitete“.

Anita: „Danach haben wir an mehreren Songwriting-Camps teilgenommen und viele Songs geschrieben. Aus dieser Fülle wurden dann die Songs, die uns am besten gefallen haben, ausgewählt und, unter Mithilfe eines kleinen Teams, versucht, die für das Album besten Lieder herauszufinden. Nach abschließender Entscheidung ergeben sich aus den Songs heraus die Themen, sodass an der Exaktheit gearbeitet werden kann: Playbacks werden erstellt, Texte werden verfeinert, alles wird in eine Reihenfolge gebracht, die Fotos gemacht, das Textbuch kreiert, Überlegungen angestellt, was in die Fanbox kommen soll und so entsteht in zahlreichen Einzelschritten dann ein vollendetes Ganzes, das neue Album“.

Alexandra: „Die Besonderheit bei diesem Album war für mich, dass wir verschiedene Produzenten ausprobiert haben und in einer tollen Atmosphäre (Ferienhaus an der Ostsee) arbeiten durften“.

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Am Anfang der Pandemie, als es geboten war, zu Hause zu bleiben, habt Ihr in Eigeninitiative Eure Single „Im größten Sturm“ entstehen lassen. „So wurde aus unserem Kleiderschrank ein Tonstudio“, heißt es in Eurem Fanclub Magazin „Hofmann-News“.

Die erste Liedzeile heißt: ‚Wer soll das noch verstehen, was um uns grad passiert?‘ Wie lange hat es gedauert, bis Ihr wirklich wahrgenommen habt, was auf der Welt passiert?

Alexandra: „Das Ausmaß der Pandemie war anfangs vielen Menschen nicht bewusst. Zahlreiche Personen haben ein Zeitfenster von vier bis sechs Wochen angesetzt und waren überzeugt, dass Corona bis dahin beseitigt sein würde.

Es hat daher einige Zeit gedauert, bis man im Kopf realisiert hat, dass die Pandemie doch länger als gedacht die Welt beschäftigen wird.

Die ersten vierzehn Tage waren außerdem äußerst chaotisch, da wir gerade in Magdeburg auf Tour gewesen sind und erfahren haben, dass plötzlich alles abgesagt wurde. Als dann die Formalitäten (Hotels stornieren etc.) zu klären waren, kam zu Hause zeitgleich das Thema ‚Home-Schooling‘ auf, das sehr viel Energie gekostet hat“.

Anita: „Ich bin anfangs zunächst in eine Beobachterposition gegangen: Ich habe in die Gesichter der Menschen geschaut und versucht, deren Ängste zu analysieren. Für mich ist das Schlimmste gewesen, hilflos zu sein, nicht helfen zu können, obwohl Hilfe notwendig ist. Daher habe ich den Hilferuf der Pflegeheime nach Mund-Nasen-Masken gehört und für eine Hilfsaktion hundert Masken genäht. Hierzu habe ich eine Einführung in die Kunst des Nähens durch meine Mutter erhalten und bin an den ersten Masken schlichtweg verzweifelt. Danach hat es trotzdem geklappt und ich konnte nicht nur das Pflegeheim, sondern auch mein Umfeld mit Masken versorgen.

Künstlerisch habe ich den Lockdown genutzt, um Ukulele zu lernen, und mein Instrumenten-Repertoire dadurch zu erweitern.

Das Feld hinter Eurem Haus diente als Location für das Video zur Single. Bedingt durch Corona war das Team für den Dreh sicherlich um einiges reduziert, oder?

Alexandra: „Das Video zu ‚Im größten Sturm‘ ist ein reines Handy-Video, das von einer Person gedreht wurde. Zwei weitere Personen haben versucht, das Klavier aufs Feld hinauszutragen“.

Anita: „Für mich hat das Video Premieren-Charakter, denn es ist das Erste, für das ich den Filmschnitt gemacht habe. Ich kann daher sagen, dass ich, nicht nur dadurch, sondern auch in vielen anderen Bereichen, bedingt durch Corona, viele neue Dinge gelernt habe und um einige Erkenntnisse reicher geworden bin.

Alexandra: „Zusammenfassend kann man sagen: ‚Im größten Sturm‘  ist ein Lied, das wir mit den Fans geschrieben haben; das im Kleiderschrank gedreht wurde und mit einem Handy auf dem Feld aufgezeichnet worden ist“.

Liebe Anita, die Liebe zum Singen ergab sich bei Dir schon in früher Kindheit. Es dauerte nicht lange, und das Interesse an Musikinstrumenten war geboren: Alphorn und Trompete hast Du gelernt. Woher kam das Interesse am Alphorn?

Anita. „Als ich elf Jahre alt war, hatten wir einen Auftritt, zusammen mit Alphorn-Bläsern. Dabei hat mich das Instrument von Beginn an so fasziniert, weil es einfach etwas seltenes, etwas Besonderes ist. Als ich die Musiker fragte, ob ich es einmal probieren dürfe, stimmten die Musiker zu und meine Premiere am Alphorn führte sogar dazu, dass erste Töne herausgekommen sind. Ein Blick auf meinen Vater führte dazu, dass dieser mir das Alphorn umgehend bestellt hatte.

Danach bin ich zu einem Klosterpater gefahren, der mir ein kleines, altes Alphorn-Buch schenkte und mir ebenfalls meine erste Alphorn-Stunde gegeben hatte.

Schnell stellte ich allerdings fest, dass die langsame Musik auf dem Alphorn nichts für mich ist, sodass ich umgehend schnellere Stücke für das Alphorn komponiert habe.

Ich mag es einfach, Dinge auf dem Alphorn spielen zu können, was man in erster Linie nicht denkt, dass es auf diesem Instrument möglich sein kann. Außerdem verbindet es mich sehr mit unseren Nachbarn, der Schweiz“.

Liebe Alexandra, Deine Erzieherin im Kindergarten erkannte bereits Dein Talent an den Tasten. Was hat Dich am Klavier/Keyboard so fasziniert?

Alexandra: „Dies ist schwer zu sagen. Ich fand damals, im Kindergartenalter, das Keyboard das schönste Instrument, auf dem ich alles, was ich singen konnte auch spielen konnte und mich so auch selbst begleiten konnte.

Die Kindergärtnerin erkannte das Interesse, die Freude an dem Instrument, was wiederum dazu geführt hat, dass ich zehn Jahre lang klassischen Unterricht hatte und zehn Jahre lang täglich vier Stunden Klavier geübt hatte“.

Anita und Alexandra Hofmann

Beim Hören des Albums erkennt man einige Titel, die durchaus Potential hätten, als Single ausgekoppelt zu werden: ‚Herrlich anders‘ zum Beispiel oder die Disco-Nummern ‚Feuer und Benzin‘ oder ‚Endlich frei‘.

Diese Lieder machen Lust, aufs Parkett zu gehen, zu tanzen und die Sorgen zu vergessen. War das auch die Absicht, die dahintersteckt?

Alexandra: „Das finde ich das Allerwichtigste, denn wenn man sich nur auf die Alltagssorgen konzentriert, hat das Gehirn keine Gelegenheit, auch wieder positive Gedanken aufzunehmen. Daher würde es uns sehr freuen, wenn es uns mit den Liedern gelingt, den Menschen einen kleinen Anstoß zu geben, um mit Hilfe der Musik abzuschalten und sich des Lebens, trotz der Krise, zu freuen“.

Die Up-Tempo Nummer ‚So klingt mein Herz‘ oder das Lied ‚Beide verrückt‘ lassen die Herzen der Hörer im Sturm erobern.

Was ist die Message, die hinter ‚So klingt mein Herz‘ und ‚Beide verrückt‘ steckt?

Alexandra: „Bei ‚So klingt mein Herz‘ geht einem bereits beim Hören das Herz auf. Ich selbst bin eine Naturliebhaberin und gehe daher oftmals ganz früh am Morgen in den Wald. Wenn ich dann die Klänge der Natur wahrnehmen kann, öffnet sich direkt mein Herz. Wenn wir dieses Gefühl den Menschen vermitteln können, würde uns das mit sehr viel Freude erfüllen.

Anita. „‘Beide verrückt‘ habe ich geschrieben, weil ich Schubladen-Denken nicht mag. Das Lied soll daher die Botschaft vermitteln, dass es gut, anders zu sein und aus der Schublade auszubrechen. Es ist gut, den Mut aufzubringen, anders zu sein und dies auch zu zeigen.

Alexandra: „Manchmal ist es auch wichtig, die Komfort-Zone zu verlassen. Dadurch kommt man im Leben weiter und die Erinnerungen bleiben länger haften. Um diese bleibenden Erinnerungen/bleibende Momente entstanden zu lassen und zu bewahren, muss man etwas verrückt sein“.

Mit den GIANNA NANNINI Coverversionen von ‚I maschi‘ und ‚Un estate Italiana‘ bringt Ihr Adria-Feeling nach Hause. Wolltet Ihr damit den Menschen, die Pandemie-bedingt Urlaub zu Hause machen, die passende Party-Musik schenken?

Alexandra: „Uns war es wichtig, dass wir das ‚Holiday at home‘-Feeling auf unserer neuen CD vermitteln. Wir sind schon seit Jahren Fans von Gianna Nanini und da sich meine Stimme etwas in Richtung Gianna Nanini entwickelt hat, waren wir der Meinung, dass es gerade jetzt an der Zeit ist, Gianna Nanini Lieder, die wir oftmals auf der Bühne präsentieren, auch auf einer CD den Menschen für das Hören zu Hause zu schenken.

Mit dem zweiten italienischen Titel „Un estate Italiana“ wollten wir den Fußball-Fans, die sicherlich über den Ausfall der Europameisterschaft traurig waren, ein kleines Trostpflaster schenken“.

Eure Fans liegen Euch sehr am Herzen: Ihr postet bei Facebook und Instagram Informationen über Auftritte, macht Gewinnspiele, geht live, um für die Fans nahbar zu sein.

Was wünscht Ihr den Fans für die nächsten Wochen/vielleicht sogar Monate in der Pandemie-Zeit?

Anita: „Ich wünsche den Fans, dass sie die Zeit, die Corona-bedingt noch vor uns liegt, für die Dinge nutzen, für die sich sonst keine Zeit genommen hätten. Weiterhin wünsche ich, dass sich die Menschen Zeit nehmen, um andere anzurufen oder zu besuchen und so für die Mitmenschen da zu sein.

Ansonsten hoffe ich, dass die Corona-Zeit bald vorbei ist und wir uns dann gesund auf den Konzerten wiedersehen können. Um diese Zeit zu überbrücken, hoffe ich, dass wir allen zu Hause eine schöne Zeit mit unseren ‚Wilden Zeiten‘ bereiten können“.

Alexandra: „Ich wünsche allen Fans, dass sie weiterhin gesund bleiben. Uns ist zu Beginn der Corona-Pandemie aufgefallen, dass es sehr viele Menschen gibt, die alleinstehend sind, die alleine in ihren Wohnungen leben und versuchen, ihr Leben zu meistern. Wir wünschen uns, dass diese Menschen nicht einsam sind, dass sie spüren, dass wir bei ihnen sind und über Social-Media und dem neuen Album uns stets mit ihnen verbunden fühlen“.

Liebe Anita, liebe Alexandra, vielen herzlichen Dank für das Interview. Euch alles Gute weiterhin, viel Gesundheit und viel Erfolg fürs Album.

Beitragsbild © anita-alexandra.de

Andreas Breitkopf
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