Im Interview mit Julia Lindholm: „Bin glücklich und dankbar für die Erlebnisse“

Julia Lindholm: „Bin glücklich und dankbar für die Erlebnisse“

Das Inter­view führte Andreas Bre­itkopf

Das Große Schlager­fest – Die Par­ty des Jahres 2019 war bestückt mit einem Sta­raufge­bot der Extrak­lasse: Klubbb3 (Flo­ri­an Sil­bereisen, Jan Smit und Christoff de Bolle), Matthias Reim, Michelle, voXXclub, Eloy de Jong, die DDC-Break­dancer, die TV-Startänz­erin­nen sowie die New­com­erin­nen Julia Lind­holm aus Schwe­den und Lin­da Fäh aus der Schweiz.

Über ihre Erleb­nisse bei der Tour, ihre Erfahrun­gen in Deutsch­land und ihre Pläne in der Zukun­ft haben wir mit Julia Lind­holm gesprochen.

Liebe Julia, als der zweite Tournee­block begonnen hat (das Konz­ert in Regens­burg war am 24.04.2019), lag die Oster­pause hin­ter Euch. Wie wird Ostern in Schwe­den gefeiert? Gibt es dort auch typ­isch-schwedis­che Osterbräuche/Ostertraditionen?

Julia Lind­holm: Die Ostertage wer­den in Schwe­den gle­ich den Tagen in Deutsch­land gefeiert. Der einzige Unter­schied beste­ht darin, dass am Grün­don­ner­stag und Karsam­stag Kinder als „Oster­hexe, Oster­weib“ verklei­det zu den Nach­barn gehen, fro­he Ostern wün­schen und kleine, selb­st­gemachte Bilder ver­schenken. Dafür bekom­men sie dann meist Süßigkeit­en von den Nach­barn geschenkt. Dies ist der schwedis­che Oster­brauch, der sich von Deutsch­land unter­schei­det.

Du wur­dest in Schwe­den geboren, hast aber bere­its früh eine Zeit in Deutsch­land bzw. Öster­re­ich ver­lebt. Kannst Du kurz ein paar Sta­tio­nen Deines Lebens erläutern?

Julia Lind­holm: Ich wurde in der süd­schwedis­chen Stadt Karl­skro­na geboren und habe bis zum Jahr 2003 dort gewohnt. Von 2003 bis 2005 sind meine Eltern, meine Schwest­er und ich nach Wien (Öster­re­ich) gezo­gen. Dies waren für mich sehr schöne Jahre der Kind­heit. 2005 gin­gen wir wieder nach Süd­schwe­den zurück, wo ich bis 2010 gelebt habe. Mit 16 Jahren zog es mich nach Stock­holm, um dort meine Musi­calaus­bil­dung zu begin­nen. 2016 begann mit der Veröf­fentlichung des Albums „Super Trouper“ und den Cov­er­songs von ABBA, meine Kar­riere in Deutsch­land.

Mit dem Album „Super Trouper“ bist Du erst­mals auf die Show­bühne gekom­men und hast den Schlager-Fans in Deutsch­land die Lieder von ABBA in deutsch­er Sprache nahege­bracht. Wie war die Res­o­nanz darauf aus Dein­er Sicht?

Julia Lind­holm: Super Trouper war mein erstes Album, das ich in Deutsch­land veröf­fentlicht habe. Beim Release war ich ger­ade erst vier Monate in Deutsch­land, sodass alles sehr neu für mich gewe­sen ist und große Aufre­gung zu spüren war. Ich habe bei der Pro­mo­tion des Albums viel erlebt, hat­te zwar auch viel zu tun (zahlre­iche TV-Auftritte), und war glück­lich über­rascht von der pos­i­tiv­en Res­o­nanz der Fans. Bei der Veröf­fentlichung eines neuen Albums weiß man im Voraus nie, wie die Res­o­nanz sein wird. Ich kann für mich aber sagen, dass ich sehr dankbar bin für die Unter­stützung, die ich von den Fans und vie­len Men­schen bekom­men habe und immer mehr bekomme. Ich war durch­weg sehr zufrieden, glück­lich und über­wältigt.

Mit „Leb den Moment“, deinem zweit­en Album, hast Du eine andere Facette Deines musikalis­chen Kön­nens gezeigt. Welch­es Lied auf dem Album „Leb den Moment“ ist der Song, den Du als Dein „Lieblingslied“ beze­ich­nen würdest?

Julia Lind­holm: Das ist eine schwere Frage, da man ein Cov­er-Album nicht mit einem Album und den eige­nen Songs ver­gle­ichen kann. Trotz­dem machen mir die Lieder „Mil­lio­nen Sterne“ und „Fieber in der Diskothek“ stets große Freude, wenn ich sie live per­for­men darf. Ein weit­er­er Lieblingsti­tel von mir ist „Leb den Moment“. Wir hat­ten beim Video­dreh dazu einen so großen Spaß und eine so gute Laune, die sich auch auf das Lied über­tra­gen hat.

Ins­ge­samt 26 Shows warst Du mit Flo­ri­an Sil­bereisen, Jan Smit, Christoff de Bolle, voXXclub, Eloy de Jong, Lin­da Fäh, den DDC-Break­dancern sowie den TV-Startänz­ern, Michelle und Matthias Reim auf der Bühne. Was hat es Dir bedeutet, mit diesen Stars unter­wegs sein zu dür­fen?

Julia Lind­holm: Es war eine große Ehre für mich, mit Flo­ri­an Sil­bereisen, Klubbb3, voXXclub, Eloy, Matthias und Michelle auf der Bühne ste­hen zu dür­fen. Ich habe von den Kol­le­gen, die bere­its über einen großen Erfahrungss­chatz ver­fü­gen, so viel mitgenom­men, gel­ernt und so viel Liebe bekom­men, dass es schw­er ist, nun alleine zu Hause zu sein und man es nicht gewohnt ist, in der Ein­samkeit zu leben. Aber auch die TV-Startänz­erin­nen, die DDC-Break­dancer und meine Kol­le­gin Lin­da Fäh aus der Schweiz waren unfass­bar gut.

Mit den DDC-Break­dancern unter­wegs zu sein heißt doch sicher­lich auch, einige Schritte von ihnen zu ler­nen, oder?

Julia Lind­holm: Ja, das habe ich auch gemacht. Wir haben bei der Tour vieles miteinan­der gemacht. Prinzip­iell kann man sagen, dass man mit Jedem lachen und sprechen kann. Wir sind alle so sehr zusam­mengewach­sen, dass man erst jet­zt real­isiert, wie unbeschreib­lich schön die Zeit gewe­sen ist.

Lin­da Fäh und Du wart die New­com­erin­nen der Tour 2019. Alle anderen Kol­le­gen haben bere­its eine große Erfahrung gesam­melt. Wie war das für Euch?

Julia Lind­holm: Lin­da und ich haben uns gefun­den. Generell möchte ich aber sagen, dass ich dankbar für Jeden bin, der auf Tour dabei war. Ich habe durch die „Das Große Schlager­fest – Die Par­ty des Jahres 2019“ Tour viele neue Kol­le­gen und Fre­unde gefun­den. Dafür bin ich außeror­dentlich dankbar.

Zwei New­com­erin­nen aus ver­schiede­nen Län­dern: Lin­da aus der Schweiz und Du aus Schwe­den. Habt ihr Euch vor der Tour bere­its gekan­nt?

Julia Lind­holm: Nein, wir haben uns erst in den ersten Tagen der Tour gefun­den und von da an einan­der täglich unter­stützt. Dafür bin ich sehr dankbar. Genau­so bin ich dankbar für die TV-Startänz­erin­nen, die abso­lut lieb und pro­fes­sionell gewe­sen sind und auf der Bühne eine mega Show abgeliefert haben.

Du sprichst ger­ade die TV-Startänz­erin­nen an. Bei Deinem Auftritt in Regens­burg und der Per­for­mance von „Boom, Boom“ war diese Pro­fes­sion­al­ität der Tänz­erin­nen dur­chaus zu sehen.

Julia Lind­holm: Ja, das war geballte Frauen­pow­er. Es hat so viel Spaß gemacht, mit den Mädels das Lied zu per­for­men, da sie so viel Pow­er für den Song mit auf die Bühne gebracht haben. Ich habe jeden Moment genossen und habe auch unter den TV-Startänz­erin­nen Fre­undin­nen gefun­den.

Du hast in einem Face­book-Post während der Tourneep­ause davon gesprochen, dass Du neue Songs aufn­immst. Auf welche Projekte/Neuerscheinungen etc. dür­fen wir uns in näch­ster Zeit freuen?

Julia Lind­holm: Dieses Jahr wird noch ein neues Album von mir erscheinen. Aktuell bin ich ger­ade dabei, inten­siv im Stu­dio daran zu arbeit­en. Es ist mein erstes, eigenes Album mit kom­plett eige­nen Liedern, keinen Cov­er-Titeln. Ein­fach nur Julia Lind­holm. Ich bin schon sehr ges­pan­nt und aufgeregt.

Natür­lich sind auch Auftritte geplant, aber das Haup­tau­gen­merk liegt auf der Arbeit am neuen Album. Wann es genau erscheinen wird, ste­ht noch nicht fest, aber dieses Jahr wird es erscheinen. Für mich ist dies ein großer, wichtiger Prozess, zu dem ich mir die Zeit nehmen möchte, damit es 100% gut wird. Es bedeutet mir sehr viel, ein kom­plett eigenes Album zu haben mit auss­chließlich meinen eige­nen Songs.

Kannst Du schon sagen, wer Kom­pon­ist bzw. Tex­ter der Lieder ist?

Julia Lind­holm: Dazu kann ich noch nichts sagen. Es wird aber in der näch­sten Zeit nähere Infor­ma­tio­nen dazu geben. Ich freue mich sehr darauf und hoffe, dass es Deutsch­land bzw. dem Pub­likum gefall­en wird.

Ist „Boom, Boom“, der Titel, den Du auf der Schlager­fest-Tour gesun­gen hast, die erste Sin­gle des neuen Albums?

Julia Lind­holm: Ja, der erste Titel des neuen Albums ist „Boom, Boom“. Am 24.05.2019 kommt das Video zu „Boom, Boom“, welch­es wir in der Oster­pause gedreht haben, her­aus. Aktuell wird es geschnit­ten und dann wird es ter­min­gerecht erscheinen. [Ergänzung lt. FB-Seite: Am 24.05. wird „Boom, Boom“ über­all als Down­load und bei Spo­ti­fy, Apple Music, Ama­zon etc. als stream­ing erhältlich sein].

Das Leben geht nun weit­er. Während von Jan­u­ar bis Mai der Fokus auf der Schlager­fest-Tour lag, freue ich mich nun auf viele neue Erleb­nisse.

Wenn Du so viel unter­wegs bist, dann bedeutet dies, ein „Leben aus dem Kof­fer“ zu führen. Kannst Du dem zus­tim­men?

Julia Lind­holm: Ich sage immer, dass dies ein Luxus-Prob­lem ist, aber genau so ist es. Während der Tour haben wir viele Städte gese­hen, manche nur kurz und manche nur aus dem Bus, aber trotz­dem war es toll. Oft­mals hat­ten wir 1-2 Std. Zeit für uns, bevor wir in der jew­eili­gen Halle eingetrof­fen sind. Dort hieß es dann: Sound­check, Einsin­gen, Energie tanken und – pünk­tlich um 19:30 Uhr – ab auf die Bühne. Am Anfang war dies zwar etwas schwierig, da man noch recht unsich­er gewe­sen ist, aber ab der Hälfte der Tour wurde es zur Rou­tine.

Eine ähn­liche Aus­sage machte Sarah Jane Scott, als sie 2017 Teil der Tour-Fam­i­lie vom Schlager­fest gewe­sen ist. Sie meinte eben­falls, dass ab der Hälfte der Shows das Pro­gramm von jedem Teil­nehmer verin­ner­licht wurde und somit prob­lem­los auf der Bühne präsen­tiert wer­den kon­nte.

Julia Lind­holm: Das war wirk­lich so. Dem kann ich abso­lut zus­tim­men. Am Anfang war der Auftritt gepaart mit Aufre­gung, denn täglich wartete eine neue Halle, neue Zuschauer, ein neuer Platz, andere Gegeben­heit­en etc. Aber nach und nach sind die Kün­stler und die Tech­niker, ja das ganze Team zu ein­er Ein­heit ver­schmolzen, die sich dann auch auf die Bühne und die Show über­tra­gen hat.

Liebe Julia, wir bedanken uns für das Gespräch und wün­schen Dir weit­er­hin alles Gute und viel Erfolg.

Schreibe einen Kommentar