Stefan Zauner wagt Rückblick auf eine unvergessene Ära

 

„Back To The Roots…“, geht eine der wohl bekanntesten Stimmen Deutschlands!  Zum 40-jährigen Jubiläum der Münchner Freiheit, die im Oktober 1980 gegründet wurde, überrascht uns Ex-Sänger Stefan Zauner mit einer ganz besonderen Veröffentlichung: Er wagt nämlich einen Rückblick auf diese unvergessene Ära bei der Münchner Freiheit, die er vor 10 Jahren verlassen hat.

Mit „Die Freiheit nehm ich mir“ legt er seine ganz persönlichen Lieblingslieder aus drei Jahrzehnten Erfolgsgeschichte noch einmal, neu eingesungen und neu produziert, der Öffentlichkeit vor.

Popschlager Aktuell hat mit ihm über das Album und seine Erlebnisse/Erfahrungen und musikalischen Freuden gesprochen.

 Popschlager Aktuell: „Stefan, 1980 war das Gründungsjahr der Münchner Freiheit. Hättet Ihr damals gedacht, dass sich die Lieder so sehr in die Herzen der Fans ‚einbrennen werden‘ und sich die Gruppe über nunmehr vier Jahrzehnte immer noch in der Branche hält?“

Stefan Zauner „Natürlich nicht, denn so etwas lässt sich keineswegs vorhersehen. Wir haben natürlich all unsere Energie und Kraft investiert, um erfolgreich zu sein. Unser größter Hit ‚Ohne Dich‘ hat dann auch gezeigt, dass sich die Arbeit ausgezahlt hat. Dass sich dieser Erfolg allerdings bis in die heutige Zeit hält, konnte man keineswegs vorahnen bzw. konzipieren“.

Popschlager Aktuell: „Gibt es besondere Ereignisse/Geschehnisse, die Ihnen aus der Zeit mit der Münchner Freiheit noch heute im Gedächtnis sind? Ereignisse, von denen man sagt: ‚Ich erinnere mich daran, wie wenn es gestern gewesen wäre‘?

Stefan Zauner „Ich erinnere mich noch sehr genau an alle Ereignisse aus der Geschichte der Münchner Freiheit. Die vergangenen 40 Jahre sind, so sehe ich das, schneller vergangen als die ersten 20 Jahre meines Lebens. Folglich kann ich mich auch an die allerfrühesten Tage der Münchner Freiheit noch sehr gut erinnern. Dies rührt allerdings auch daher, weil ich in der letzten Zeit, gerade wegen der Produktion, viel über diese Zeit von damals nachgedacht habe“.

Popschlager Aktuell: „Seit 10 Jahren sind Sie nun mit Petra Manuela auf eigenen, musikalischen Wegen unterwegs. Haben Sie denn noch Kontakt mit den ehemaligen Mitgliedern der Münchner Freiheit? Besteht noch Austausch/Kontakt mit der momentanen Besetzung der Gruppe?“

Stefan Zauner: „Lediglich zum Schlagerzeuger besteht noch Kontakt. Ansonsten ist es eher weniger, was auf die Entfernungen zurückzuführen ist, die wir mittlerweile zueinander haben.“.

Popschlager Aktuell: „Nach solch einem langen Zeitraum in einer Band ist es sicher nicht einfach, plötzlich wieder eine Solokarriere zu starten. War es eine große Umstellung, plötzlich alleine performen zu müssen?“

Stefan Zauner: „Das wäre sicher eine große Umstellung gewesen, aber ich habe nicht alleine performt. Seit meinem Ausstieg bei der Münchner Freiheit habe ich mich auf das Produzieren von Alben und das Privatleben konzentriert. Ich bin ein Mensch, der gerne im Studio ist und dort seinen Freiraum ausleben sowie den Gedanken freien Lauf lassen kann. Petra Manuela und ich genießen obendrein die Zeit, nicht mehr von einem Termin zum anderen hetzen zu müssen. Dies war auch einer der Gründe für meinen Ausstieg bei der Münchner Freiheit: In erster Linie hatte ich gesundheitliche Probleme, aber die Auftritte haben sich im Laufe der Zeit auf die Wochenenden verlagert, ohne zusammenhängende Tourneen, was mir persönlich keine große Freude mehr bereitete. Also habe ich den Entschluss gefasst, während die Beliebtheit der Münchner Freiheit sich noch auf einem hohen Level befand, einen anderen Weg für mich einzuschlagen“.

Popschlager Aktuell: „Da Sie an zahlreichen Hits der Münchner Freiheit mitgeschrieben und auch selbst produziert haben, gibt es natürlich emotionale Verknüpfungen mit Geschehnissen und persönlichen Erinnerungen an die Entstehungsgeschichte jedes einzelnen Songs. Da liegt die Vermutung nahe, dass viele Erinnerungen an die Lieder immer noch präsent sind?“

Stefan Zauner: „Ja, das sind sie definitiv. Wenn sie es nicht mehr waren, so sind sie es spätestens jetzt, für diese Produktion, wieder in die Erinnerung zurückgekehrt, Gerade weil es eine große Bandbreite von Songs ist, die sich über eine große Zeitperiode erstrecken, ist die Erinnerung äußerst gegenwärtig. Ich habe mich bei den Liedern nicht nur auf die Anfänge konzentriert, sondern auch auf die Stücke, die später entstanden sind.

Ein Beispiel für solch eine persönliche Erinnerung an die Entstehungsgeschichte ist die neue Single ‚Lass mich nie mehr los‘. Diese war damals eine Ballade, die nie besondere Erwähnung fand, einfach zum Lied-Repertoire gehörte. Plötzlich hatte meine Frau die Idee, den Song in einer schnelleren Version aufzunehmen und das Ergebnis ist eine wunderschöne, neue Single, was man vorher nicht vermutet hätte. Diese Aufgabe, bei Liedern, bei denen man es nicht vermutet hätte, das herauszufinden, was sie besonders reizvoll erscheinen lässt, war das Ziel meinerseits für diese neue CD“.

Popschlager Aktuell: „Auf dem Album ‚Die Freiheit nehm ich mir‘ ist der Klassiker der Münchner Freiheit ‚Ohne Dich (schlaf ich heute Nacht nicht ein)‘ nun (feat. Petra Manuela) zu hören. Was bedeutet es Ihnen, diese bedeutenden. Songs Ihrer musikalischen Karriere nun mit Ihrer Frau singen zu dürfen?

Stefan Zauner: „Dies ist eine Erfahrung, die nicht neu für mich ist, da wir dies davor bereits mehrere Male in dieser Form gehabt haben. Wir haben schon drei Duett-Alben aufgenommen und auf einem ist auch schon eine Neuaufnahme von ‚Ohne Dich‘, bei der Petra Manuela den Refrain mit mir gesungen hat. Daher war es bei diesem Lied keine neue Erfahrung.

Grundsätzlich wollte sich Petra Manuela bei dieser Produktion heraushalten, da sie fürchtete, dass Münchner Freiheit Fans den Vorwurf anbringen könnten, was sie mit diesen Liedern zu tun habe.

Ein Beispiel, welches die perfekte Symbiose aus uns beiden zeigt, ist ‚Tut so gut‘. Im Refrain heißt es ‚Tut so gut, tut so gut, tut so gut bei Dir zu sein‘. Wenn ich dies in meinem Alter singe, lassen sich die Emotionen nicht mehr so glaubhaft transportieren, als wenn sie es singt. Es entwickelt sich, gemäß dem eigentlichen Plan, eine Leichtigkeit, die das Lied ansprechender erscheinen lässt.

Diese Zusammenarbeit würde nicht bei allen Liedern funktionieren, aber bei denen, wo wir es gemeinsam angegangen sind, funktioniert es sehr gut“.

Popschlager Aktuell: „Ich habe von Ihnen die Äußerung gelesen: „Vielleicht ist erst jetzt der Abstand zu der unglaublich erfolgreichen und rastlosen Zeit mit der Münchner Freiheit groß genug, um mich damit musikalisch noch einmal auseinanderzusetzen“. Wie schwer ist der Entschluss gefallen, die Gruppe tatsächlich nach dieser langen Zeit zu verlassen?“

Stefan Zauner. „Eigentlich gar nicht schwer, denn der Ausstieg war bereits zwei Jahre im Voraus geplant, was die Anderen auch längst wussten. Das Ende war lediglich für die Öffentlichkeit überraschend, da ich es nicht so sehr bekannt gegeben habe, denn es war, wegen der Tatsache, dass die Anderen weitermachen wollten, keine Abschiedstour vorgesehen, da es dann lediglich eine ‚Stefan-Zauner-Abschiedstournee‘ geworden wäre, und das hätte einen komischen Charakter gehabt.

Durch die Strapazen bei der Münchner Freiheit (Konzerte an den Wochenenden etc.), habe ich sämtlichen Kontakt zu den Menschen vor Ort verloren, was ich sehr bedauert habe. Außerdem kam eine Eintönigkeit im Jahresablauf auf, sodass sich die Jahre immer stärker ähnelten: Wochenenden entfielen, in der freien Zeit wurden Demos gemacht und Platten aufgenommen, was zu einem gleichbleibenden Schema führte.

Also kam der Entschluss zwar weiterhin Musik zu machen, aber dennoch diesen Trott zu verlassen. Ich wollte einfach ins Studio gehen können, wann ich es wollte; eine CD-Produktion in Angriff nehmen, wann mir die Zeit dafür richtig erschien, den für mich passenden Zeitpunkt nach meinem Denken erstellen.

Außerdem wollte ich, wenn mir danach ist, einfach an den Chiemsee fahren, und dort die Seele baumeln lassen. Soweit bin ich also nun und das ist auch gut so“.

Popschlager Aktuell bedankt sich herzlich für das Gespräch und wünscht weiterhin viel Gesundheit, Freude, Glück und Erfolg.

Beitragsbild © stefan-zauner.de

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