VoXXclub “Geiles Himmelblau” Live

VoXXclub “Geiles Himmelblau” Live — Eine nicht ganz einfache Aufgabe für die Kameraleute

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Voxxclub für eine DVD live aufzunehmen, das ist der Iron Man für Kam­eraleute. Fünf rasende Leder­ho­sen die per­ma­nent in Bewe­gung sind und dahin­ter ein Quar­tett im Dindl, welch­es das Kraftwerk gibt. Macht in Summe 125 Minuten Par­ty, Emo­tion, Stim­men, Turnübun­gen und G’schichten. Das alles unter dem Titel ‚Geiles Him­mel­blau Live‘. Doch schön der Rei­he nach…

Vor­ab: Danke, Voxxclub! Danke für die nicht per­ma­nent gestellte Frage ‚wo sind die Hände?‘, stattdessen die Auf­forderung von Voxxie-Michi ans Pub­likum die ‚Zehn kleinen Scheis­serchen‘ in die Höhe zu reißen. Die, die uns an die Arme gewach­sen sind und mit denen es gilt aufzuzeigen, dann wenn die Begeis­terung im Audi­to­ri­um durch die Decke geht. Und so gin­gen sie oft rauf, die Scheis­serchen, denn der Voxxclub, ein­mal in Bewe­gung geset­zt, war nicht zu stop­pen.

Das ‚Geile Him­mel­blau‘ strahlte dies­mal Indoor. Auf rustikales Ambi­ente wurde verzichtet. Keine popeli­gen Maiskol­ben die sich in Zir­ben­holz Deko im Rhyth­mus wiegten, son­dern eine Rock-Atmo­sphäre mit allen Ingre­dien­zen die es braucht um den Laden zum Fliegen zu brin­gen. Die fünf Jungs an der Büh­nenkante, dahin­ter die Wall Of Ladies: Die Under­bergs. Hart am Sound wie der Stoff aus den kleinen Flaschen sorgte das Quar­tett auch für die aus­ge­wo­gene Hor­mon­struk­tur der Pro­tag­o­nis­ten und bedi­ente höch­st­pro­fes­sionell Drums, Keys, Bass und Gitarre. So gin­gen sie mit dem Voxxclub auf Live-Tour und wer nach diesen 125 Minuten Show noch immer von ein­er ‚alpinen Boy-Band‘ spricht, sollte bei seinen alten Musikan­ten­stadl-Videos bleiben.

Dialekt, Lieder im eige­nen Zun­gen­schlag, Tra­di­tion und Mod­erne galop­pieren Hand in Hand mit Kraft und Spaß. Ein­fach laufen lassen! Das hat viel mit Authen­tiz­ität zu tun. Gepaart mit stimm­lichen Qual­itäten ist es bester, pro­fes­sioneller Show­be­trieb. Jed­er der fünf Her­ren ist aus­ge­bilde­ter Musi­cal-Sänger und so ver­wun­dert es nicht, dass die Töne sitzen. Mikro auf, drauf los sin­gen und siehe da, böse Über­raschun­gen bleiben aus. Nicht viel anders läuft es mit den Mod­er­a­tio­nen. Fehlge­laufene Mods enden auf Büh­nen nicht sel­ten im Gemüsegarten: Rhabar­ber­rhabar­ber­rah­bar­ber… Her­rjeh, wann hat denn dieser Satz einen Punkt? Nicht so beim Club. Bei den Voxxies gibt’s Geschicht­en zu hören. Jed­er der fünf weiß was er mit dem Mikro zu tun hat, dann wenn die Musik Pause macht. Die Mods kleben nicht die Lieder zusam­men, son­dern sind nahezu ein eigen­er Teil der Dra­maturgie. Wenn statt dem Punkt des Satzes der Hin­weis kommt, dass ‚es nun a bis­serl laut wird‘, dann greifen die Under­bergs in die Sait­en und der Tanz geht in die näch­ste Runde. Chore­ografisch passt’s ohne über­per­fekt daherzukom­men.

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Die Bewe­gun­gen treiben die Beats und umgekehrt. Bei den Bal­laden rückt der Club zusam­men wie wei­land die Doo Wops in New York an der Straße­necke unter der Lat­er­ne. Das Bild welch­es dabei entste­ht ist schön und stim­mig. Dem Pub­likum gefällt‘s und es spielt auch mit: Lucy und Man­fred, zufäl­lig in den Kegel des Such­schein­wer­fers ger­at­en, find­en sich auf der Bühne wieder, dazu ren­nt das, was man in Bay­ern und Öster­re­ich auch den ‚Schmäh‘ nen­nt. Da darf es schon mal auch deftig daherkom­men und spätestens jet­zt ist klar, dass beim ‚Geilen Him­mel­blau‘ die poli­tis­che Kor­rek­theit auch gern mal 5 ger­ade sein lässt… So soll es sein, denn die ‚Tra­di­tions-Faschis­ten‘ soll­ten eh eher draußen ihren Unfug ver­bre­it­en als drin­nen den Leuten mit ihren Ansicht­en die Freude vertreiben. Schön ist was gefällt. Reden und Sin­gen wie einem der Schn­abel gewach­sen ist… Da drin, im und beim Club, da steckt der Arsch in der Leder­hose und die Füße in Con­verse statt in Haferlschuhen. Das Dirndl hat die Fan­tasie geschnei­dert und wo die Schleife getra­gen wird ist auch wurscht.

Und so ist dieser Live-Abend auch so bunt wie das Leben: Sier­ra Madre samt Pub­likum­schor, kom­mu­nale kör­per­liche Ertüch­ti­gung bei der Zugabe mit ‚Shout‘ als Aer­o­bic-Sound­track, die Goass ist zwar im Lied ver­schwun­den und der Ver­lust wird mit dem rock­i­gen ‚ei ei ei‘ besun­gen, aber als ‚La Goassn‘ großar­tiger Teil der Show. ‚Unsere kleinen Schwest­ern‘, wie der Voxxclub das Trio nen­nt und die drei Damen sind stim­mge­waltig wie die Jungs. Bei ‚Gente Bel­la Mon­tagna‘ gehen die acht plus Band im ganz großen Kino auf! Vico Tor­ri­ani wird wohl auf sein­er Wolke hock­en, den Kopf bedächtig wiegen und vielle­icht ein wenig bedauern, dass ihm dieser Song nicht schon vor 30 Jahren ereilt hat…

In über zwei Stun­den Show passiert eine Menge. Dass die Hits zu hören sind, bei ‚Rock mi‘ die Hütte bren­nt, ist auch klar. Geiles Him­mel­blau ist nicht die Mini Play­back Show!

Kilo­me­ter leg­en die Jungs in dieser Zeit während der Show auf der Bühne zurück. Ja OK, sie sind ja noch jung aber denkt irgendw­er auch an die Kam­eraleute? An jene, denen es per­fekt gelun­gen ist diese Dynamik, die der Club da an den Tag legt, einge­fan­gen haben? Hin­ter rasenden Hirschleder­ho­sen her-hirschen, einen Film draus zu machen, das ist Schw­er­star­beit und eine hoch kreative Leis­tung. So ist diese DVD ein cooles Teil gewor­den. So lebendig wie es sich für eine Live-DVD gehört und sag ja nie­mand mehr ‚alpine Boy-Band‘ zum Voxxclub. Vielmehr sind sie die qual­i­ta­tiv unerr­e­icht­en Vocal­is­ten jen­er Szene, die sich mit ‚Neuer Volksmusik‘ nur unvoll­ständig beze­ich­nen lässt.

Quelle: Uni­ver­sal Music




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